Mein ganzer Tag war mies.
Gestern hatte ich Migräne, nahm daraufhin zwei Schmerztabletten. Heute musste ich nur brechen. Nahm nichts zu mir außer Tee, Cola und ein bisschen Wasser. Und dies blieb nicht drin.
Kopfschmerzen bekam ich dann auch noch, musste mich aber aufraffen, da ich abends noch ein Fotoshooting hatte. Dies lief eigentlich wie geplant, jedoch nicht, wie ich es mir vorstellte.
Ich komme nach dem Shooting nach Hause und muss mich erklären.
Muss erklären, wieso ich keine Ausbildung habe, wieso ich nicht mehr Zeichne für meine Studienbewerbung. Keine meiner Erklärungen werden angenommen.
Ich bin nunmal kein Mensch wie meine Mutter und mein Bruder, die von vorneherein wissen, dass sie mit Menschen arbeiten wollen. Ich mag keine Menschen, keine Kinder, keine Tiere. Keine Medizin.
Ich bin nicht handwerklich begabt, sodass ich KFZ-Mechanikerin werden könnte.
Ich kann zwar zeichnen, aber nicht aus eigener Kraft.
Ich bin nichtmal gut im Rechnen oder Schreiben.
Ich bin in keinen Bereich außreichend gut.
Nichts was genug wäre, um darin weiter zu kommen, eine Ausbildung oder ein Studium zu machen.
Aber ich bade ja in Selbstmitleid. Ich solle den Arsch zusammenkneifen, mich hinsetzen und zeichnen.
Natürlich. Ich kann zeichnen, recht gut sogar. Aber mir fehlen die Ideen. Und wenn du zehn Bilder zeichnest und die alle schlecht sind, fehlt dir am Ende die Kraft.
Man schlägt also das vor, was man rein Interessen- und Spaßhalber am liebsten machen würde:
Schneiderin. Wobei mein Problem wäre, man kriegt kaum Geld und kommt nicht weiter.
Das wird von anderen nicht gesehen, nein, es wird angeprangtert, dass ich dafür nicht kreativ bin, zu faul.
Hat sich das auch erledigt.
Im Endeffekt geht es doch nur um Stolz und Geld.
Stolz, dass mal etwas nicht Perfekt läuft im Leben. Dass man aufgrund der Steine im Weg nicht weiter kommt. Und man nicht mehr prahlen kann.
Geld, muss ich gar nicht erst erläutern.
Ich bin an dem Punkt, wo ich einfach um Hilfe bitte. Ja sogar flehe. Ich sehe keine Perspektive mehr. Schäme mich, nicht gut oder gar perfekt zu sein. Nicht in dieses Bild zu passen, wo ich doch sonst immer meinen festen Platz hatte macht mich traurig. Es bricht mir das Herz.
Jetzt sitze ich hier und weine. Ich schluchze bitterlich und alles verkrampft.
Ich möchte hier weg. Niemandem zur Last fallen. Bin so falsch hier. So missverstanden.
Doch wohin? Ich kann nirgendwo hin. Ich hab ja nicht mal einen Euro in meiner Brieftasche.
Ich könnte mir nicht einmal ein trockenes Brötchen kaufen.
Umbringen? Um damit meine Schuld auf andere zu übertragen? Andere damit unglücklich machen?
Das ist das Einzige was mich daran hindert: Die Menschen die ich hinterlasse.
Nichts anderes. Es wäre so einfach... so verdammt einfach.
Ich will doch nur verstanden werden. Ich möchte doch nur einmal Hilfe bekommen..
Aber das alles ist Selbstmitleid...
Dienstag, 3. April 2012
Montag, 2. April 2012
Ja und Amen
Ruhelos. Erschöpft. Apathisch. Kraftlos. Müde. Traurig. Eingekehrt. Mutlos.
all das bin ich. Noch gar nicht so lange.. aber es fühlt sich wie eine Ewigkeit an.
Ich wache schon morgens gerädert auf. Will nicht reden.
Jede Frage die mir gestellt wird verlangt eine Antwort. Eine Antwort die ich nicht weiß und nicht von mir geben möchte. Meine Lippen fühlen sich so taub an.
Ich will nicht aufstehen, die Beine schmerzen wie nach einem Marathonlauf.
Die Finger greifen nicht nach dem was sie sollten.
Die Augen möchten nicht aufgehen. Möchten nicht mehr gucken. Haben zu viel schon gesehen. Und es lohnt sich nicht, sie zu schminken.
Die Ohren bluten. Haben zuviel gehört. Zu viel gehört, dass so sehr schmerzte. Vor den Entschuldigungen.
Ich versuche zu lächeln, obwohl ich nicht möchte. Bringe eine komische Grimasse zustande.
Sie sagt das übliche "Alles okay" aus.
Doch ich fühle mich nicht okay. Ganz und gar nicht. Bin gefangen in meinem Körper.
Das Leben nagt an mir. Nimmt mich zu sehr mit. In alle Richtungen. Ich zerreiße daran. Eigentlich bin ich mal wieder an dem Punkt wo ich merke, dass ich nicht mehr möchte. Der Sinn fehlt.
Doch das weiß keiner. Niemand. Schließlich lächle ich noch. Mache Witze und bin da für andere. Opfere mich auf. Lenke mich ab um nicht nachzudenken.
Ich kann nicht mehr weinen. Ich tat es nahezu jeden Abend.
Tränen brachten mich nie weiter. Verminderten lediglich meine Sicht.
Dann hört man eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung und alles ist wieder gut.
Man ist glücklick für den Moment. Doch nichts änderte sich.
Ich verlange keine Kompromisse mehr. Lasse den Dingen ihren Lauf. Wehre mich nicht.
Sage zu allem Ja. Ja und Amen.
Am Ende werde ich ja doch missverstanden..
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